Präsentation "Die Rampe" 1 & 2 – Lesung mit Markus Köhle, Christina König und Eva Eichmair
Bezugnehmend auf die communale oö 2026 widmet sich die Literaturzeitschrift "Die Rampe" in ihrer Themenausgabe dem Motto "Land Leben". Präsentation "Die Rampe" 1 & 2 Lesung: Markus Köhle, Christina König und Eva Eichmair Moderation: Martin Vejvar Anlässlich der „communale oö 2026
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Zeit
15 Sep 2026 19:30 bis 15 Sep 2026 21:30
Ort
Adalbert-Stifter-Institut des Landes OÖ/StifterHaus, Linz
Linz
Veröffentlicher
Imported from Stadt Linz Linz-Termine Open Data
Öffentliche Kalender mit diesem Event
Dauer
2 Stunden
Ortsdetails
Adalbert-Stifter-Institut des Landes OÖ/StifterHaus
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- vor 1 Tag
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Bezugnehmend auf die communale oö 2026 widmet sich die Literaturzeitschrift "Die Rampe" in ihrer Themenausgabe dem Motto "Land Leben". Präsentation "Die Rampe" 1 & 2 Lesung: Markus Köhle, Christina König und Eva Eichmair Moderation: Martin Vejvar Anlässlich der „communale oö 2026“, die ganz im Zeichen von 400 Jahren Bauernkrieg in Oberösterreich steht, widmet sich das „Rampe-Themenheft“ dem Motto „Land Leben“. Bewusst weit gefasst bietet es neben den Bauernaufständen von 1626 als bedeutendem Kapitel oberösterreichischer Geschichte Raum für literarische Auseinandersetzungen mit ländlichen Lebenswelten, historisch wie gegenwärtig: von Herkunft, Identität und Aufwachsen über persönliche Erinnerungen und Konflikte zwischen Tradition und Moderne. Editorial aus „Die Rampe 2 - Land Leben“ von Thomas Arzt Kein lückenloses Landleben Ich möchte Sie kurz auf eine Lücke hinweisen. Ich habe sie anfangs überlesen. Wie das so ist. Vor allem, wenn ein ganzer Haufen Texte vor einem liegt. Über 80 Einreichungen wurden für diese Ausgabe der Rampe gesichtet. Lyrik, Prosa, Dramatik, Essays, Miniaturen, Fragmentarisches, Auszüge aus längeren Schreibprojekten. Allesamt mit mehr oder weniger klarem Bezug zum vorangestellten Motto „Land Leben“. Und da haben wir sie schon: die Leerstelle zwischen den Worten. Man kann sie typografisch als Leerraumzeichen oder Leerschlag benennen. Oder werbetechnisch als gängiges Sujet zeitgemäßer Literaturvermittlung. Wortkolonnen ohne Interpunktion sind bisweilen keine programmatische Seltenheit. Sie lässt sich aber auch semantisch vertiefen, die Schneise da, zwischen dem Land und dem Leben, die Kluft womöglich, oder reden wir gar von einem Spalt? Kein lückenloses Landleben jedenfalls, worüber auf den folgenden Seiten berichtet wird. Beginnen wir beim Land: Es nimmt in den hier versammelten Texten diverse Formen an. Erscheint als schönes Panorama. Wird zur Kulisse. Ist im Fluss. Geht unter. Ist Ort, wo man nicht sein will, aber beständig bleibt. Ist Gegend, die man verloren glaubt. Ist borniert und stereotyp. Kriminell und kriminologisch. Unverhofft aufsässig und renitent. Kann Bündnis der Hiesigen sein. Und Ungewollte vertreiben. Ist Ankunft und neue Heimat. Gepflegter Vorstadtgarten und bedrohtes Naturjuwel. Schroffer Fels, der Schriftzug wird. Marode Agrarfläche. Trauriger Restbestand wehmütiger Liebe. Aussichtspunkt. Endpunkt. Topografie voll Schmerz. Kontaminiert und historisch belastet. Dialektal bestimmt. Kunstsprachlich verfremdet. Verklärt und romantisiert. Hart und ungerecht. Zukunftssatire. Und oftmals: Erinnerungsspur. Das bringt uns zum Leben: „Wir sehen hier dem Land beim Schreiben zu“, meinte Jürgen Thaler im Jury-Gespräch zu dieser Ausgabe. Gabriele Wild ergänzte: „Ein sehr produktives und vielstimmiges Schreiben.“ Ich selbst hatte plötzlich extreme Demut vor den Texten. Denn in der Mehrzahl sind sie auffallend persönlich. Als würden die Worte Land und Leben ganze verschüttgegangene Biografien erstmals erinnern lassen. Als könnte nun endlich gesagt werden, wofür zuvor der Raum fehlte. Was mich zur anfänglich konstatierten Lücke führt. Denn die Klammer, die ich mir für meine Lektüre letztlich gebaut habe, folgt dem Gefühl, dass hier eine Form von Unstimmigkeit versprachlicht wird. Land und Leben fügen sich nicht reibungslos aneinander. Es wird – mal vordergründig, mal in tieferen Schichten – von unzulänglichem und mangelhaftem Leben erzählt. Wie trauern? Wie Abschied nehmen? Wie erinnern? Wie aufbrechen? Wie Widerstand leisten? Wie die Bedingungen der Gegenwart ändern? Wie Sprache finden? Die Texte leisten eine Arbeit an der Lücke. Für ein Hier und Jetzt, das bedroht wirkt, krisenerschüttert, erschöpft. Aber auch fähig ist, sich selbst zu überprüfen, immer neu zu bestimmen und jene auszumachen, die ihn politisch befeuern, den Landlebenspalt. Denn Sprache kann Räume befüllen – mit Zuversicht, Hartnäckigkeit und Mut. Nicht zuletzt durch starke Literatur! In Kooperation mit der communale oö 2026 Organizer: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus Categories: Literatur Source: Stadt Linz / Linz-Termine, CC BY 4.0.